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Wehlen - der Moselort mit den meisten Sonnenuhren

In Wehlen kommt der Sonnenuhr eine ganz besondere Bedeutung zu. Denn der Bernkasteler Stadtteil hat sich das Ziel gesetzt “der Ort der 100 Sonnenuhren” zu werden. Nicht ganz hundert, aber schon zahlreiche einzigartige Sonnenuhren gibt es heutzutage in dem Moselort zu entdecken. 

Wehlen kann seine große Anzahl von etwa 70 Sonnenuhren Herrn Uwe Praus verdanken, der in den letzten Jahrzehnten nahezu alle Uhren nicht nur entworfen, sondern auch hergestellt hat. Jede seiner Uhren stellt ein Unikat dar.

Erleben Sie die Faszination, Vielfalt und zugleich Schönheit dieser historischen Zeitmesser.

Sonnenuhren an der Mosel
In der Vergangenheit waren Sonnenuhren in vielen Regionen Europas ein zentrales Instrument zur Bestimmung der Tageszeit. In der Moselregion, wie auch in anderen Teilen des deutschen Rheinlandes, wurden Sonnenuhren häufig an Kirchen, in Dörfern oder auf herrschaftlichen Anwesen installiert. Sie dienten nicht nur der praktischen Zeitmessung, sondern auch der Dekoration und der Symbolisierung von Wissen und Fortschritt. In der Architektur und den Gärten der Moselregion war die Sonnenuhr ein Ausdruck von Harmonie zwischen Mensch und Natur. Gerade in dieser Weinregion, wo der Zyklus der Sonne und der Jahreszeiten für den Weinbau eine große Rolle spielt, war die Sonnenuhr mehr als nur ein Zeitmesser: Sie war ein Zeichen für das Verständnis und die Kontrolle über die Rhythmen der Natur.

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1

Ort

70

Sonnenuhren

4

Sonnenuhren-Typen

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Alle Wehlener Sonnenuhren auf einen Blick

Auf dieser Karte sehen Sie die Standorte der Wehlener Sonnenuhren. Folgen Sie den markierten Punkten und entdecken Sie bei einem Spaziergang durch Wehlen die Vielfalt und Faszination dieser besonderen Zeitmesser – jede mit ihrer eigenen Geschichte und Ausstrahlung.

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Die Wehlener Sonnenuhr

Sonnenuhr und Weinlage zugleich

In den Moselweinbergen gibt es viele schöne und bekannte Sonnenuhren. Sie stammen teilweise aus dem 17. Jahrhundert. 

Eine der bekanntesten ist die Wehlener Sonnenuhr, die im sonnigen Rebenhang gegenüber dem gleichnamigen Weinort thront. Errichtet wurde sie 1842 von dem Weinbergsbesitzer Jodocus Prüm. Sie zeigt, wie alle alten Sonnenuhren, die wahre Ortszeit an. Das heißt, wenn die Sonne ihren Höchststand über Wehlen erreicht hat, fällt der Zeigerschatten auf die Zwölf. Die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), die erst 1893 verbindlich eingeführt wurde, differiert hier am 7. Längengrad um 32 Minuten. Die Sonnenuhr geht also um rund eine halbe Stunde nach.

Um 1900 wurde dann die Lagebezeichnung “Wehlener Sonnenuhr” für den erstklassigen Wein, der im Steilhang der Sonnenuhr reift, eingeführt. Die berühmte Weinlage ist Inspiration für die vielen Sonnenuhren in Wehlen, mit dem Ehrgeiz ein Ort der 100 Sonnenuhren zu werden. Inzwischen gibt es bereits über 60 weitere Sonnenuhren verschiedener Varianten in Wehlen zu sehen.

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Schon gewusst

An der Wehlener Sonnenuhr, die in der gleichnamigen Weinlage zu finden ist, fehlt die Ziffer 7. Denn die Sonnenuhr liegt jeweils um 7 Uhr morgens und abends im Schatten. Die Zahl würde also ohnehin nie angezeigt werden.

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Wie funktioniert eine Sonnenuhr?

Eine Sonnenuhr ist ein faszinierendes Instrument, das die Zeit mit Hilfe des Sonnenlichts misst. Sie gehört zu den ältesten Zeitmessgeräten der Menschheit und hat ihre Wurzeln im alten Ägypten, Mesopotamien und Griechenland. Die Funktionsweise einer Sonnenuhr basiert auf der Tatsache, dass sich die Position der Sonne am Himmel im Laufe des Tages verändert. Diese Veränderung wird durch den Schatten sichtbar gemacht, den ein aufgestellter Zeiger (auch Gnomon genannt) auf der Uhr hinterlässt.

Eine klassische Sonnenuhr besteht aus zwei Hauptbestandteilen: dem Gnomon und der Zifferfläche. Der Gnomon ist in der Regel ein vertikaler Stab oder eine Säule, die die Sonne bei ihrem täglichen Lauf “einrahmt” und dabei einen Schatten wirft. Die Zifferfläche, auf der der Schatten des Gnomons abgebildet wird, ist meist in konzentrischen Kreisen oder Linien unterteilt, die mit den Stunden des Tages markiert sind.

Die Genauigkeit einer Sonnenuhr hängt von ihrer Ausrichtung und geografischen Lage ab, sowie der richtigen Berechnung, präziser Konstruktion und Montage. Damit die Uhr korrekt funktioniert, muss der Gnomon in der Regel nach dem geografischen Norden ausgerichtet sein. Der Winkel des Gnomons zur Zifferfläche muss außerdem der geografischen Breite des Standorts entsprechen. Generell gilt, alle Sonnenuhren müssen für den entsprechenden Standort berechnet und gebaut werden.

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Welche Typen von Sonnenuhren gibt es eigentlich?

Neben den hier aufgeführten Typen gibt es noch Würfel-Sonnenuhren mit mehreren Zifferblättern, sowie Kombinationen und Abweichungen der nachfolgend genannten Uhren. Für alle Sonnenuhren gilt: soll die Uhr genau gehen, muss sie berechnet werden. In die Berechnung fließen die geografische Lage des Standortes sowie bei Vertikaluhren der Winkel der Wandabweichung ein.

Äquatorial Sonnenuhr

Bei diesen Uhren bildet das Zifferblatt eine Parallele zur Äquatorialebene. Der Zeiger oder Polstab muss parallel zur Erdachse stehen. Diese Art von Uhren findet man in Gärten und Anlagen. Sie sind meist halbkugelförmig.

Digitale Sonnenuhr

Bei diesen Sonnenuhren wandert nicht der Schatten des Zeigers über das Zifferblatt, sondern es wandert die von der Sonne durch ein Zahlenband projizierten Ziffern über eine Platte, auf der der Ablesezeiger angebracht ist. Der Ablesezeiger bildet eine Parallele zur Erdachse. Das Zahlenband ist parallel zum Äquator angebracht.

Horizontal-Sonnenuhr

Das Zifferblatt ist horizontal angeordnet. Der Schattenwerfer bildet eine Parallele zur Erdachse. Horizontal-Sonnenuhren können in einem Umkreis von einem halben Längen- und Breitengrad vom berechneten Standort frei aufgestellt werden und nach der Sonne ausgerichtet werden.

Vertikal-Sonnenuhren

Das Zifferblatt befindet sich an einer senkrechten nach Süden ausgerichteten Gebäudefront oder Mauer. Der Schattenwerfer oder Zeiger muss erdachsenparallel ausgerichtet sein. Weicht die Wand von der Ost-West-Richtung ab, spricht man von einer abweichenden Vertikaluhr. Der Winkel der Abweichung muss neben den Standortkoordinaten in die Berechnung und Konstruktion der Uhr einbezogen werden.

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Mitteleuropäische Zeit oder Sommerzeit?

Es können beide Möglichkeiten einzeln oder zugleich vorkommen. Auch kann die Ortszeit, wie früher üblich, angezeigt werden. Aufgrund astronomischer Gegebenheiten weicht aber die von der Sonnenuhr angezeigte Zeit von der Mitteleuropäischen Zeit ab. Die Sonnenzeit ist eigentlich die “wahre Zeit”. MEZ oder andere Weltzeiten sind gleichförmige, mittelwertige Zeiten, die sich aus der Dauer eines Jahres ergeben. Bedingt durch die elliptische Bahn der Erde um die Sonne, bewegt sich die Erde mal langsamer und mal schneller. Das hat zur Folge, dass die Sonnenuhr gegenüber der MEZ mal nach- und mal vorgeht. Diese Abweichungen ergeben sich aus der sogenannten Zeitgleichung. MEZ und Sonnenzeit stimmen überein am 16. April, 11. bis 16. Juni, 1. September und 26. Dezember. Größere Abweichungen treten auf mit -14 Minuten im Februar und +16 Minuten im November.

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„Wehlen, Wein und Wiesen e.V.“

Seit seiner Gründung im Jahr 2005 und mit über 75 Mitgliedern widmet sich der Wehlener Heimat- und Kulturverein der Pflege und Förderung der besonderen Eigenschaften des Stadtteils Wehlen und seiner umgebenden Landschaft.
Zu den zentralen Aufgaben gehören die Betreuung des Naturschutzgebiets Streuobstwiesen Wehlen, die Bewahrung örtlicher Kultur und Traditionen sowie die kontinuierliche Gestaltung und Verbesserung des Wanderwegenetzes.