Kapelle
Kapelle St. Valentin
Kommen
Die am Gebäude angebrachte Jahreszahl 1730 deutet vermutlich auf eine frühere Planung hin. In den Anfangsjahren fand hier wöchentlich ein Gottesdienst statt; die Gläubigen besuchten daneben auch die Pfarrkirche in Longkamp.
1913 wurde die Kapelle für 745 Mark umfassend restauriert, nach dem Zweiten Weltkrieg folgte eine weitere Renovierung.
Architektonisch zeigt sich St. Valentin als verputzter Bruchsteinbau in Saalform mit dreiseitigem Chorschluss, rundbogigen Fenstern und einer geschwungenen Holztonnendecke. Besonders markant ist der sechsseitige Dachreiter mit geschweifter Haube über dem Eingangsgiebel. Die Glocke wurde 1835 von Alexander Horst aus Trier gegossen. An den Chor angebaut ist die Sakristei, an deren Außenwand ein eindrucksvolles Sandsteinrelief aus dem 18. Jahrhundert mit einer Kalvarienberggruppe eingemauert ist.
Das kunsthistorische Herzstück der Kapelle ist ihr prachtvoller Holzaltar im Rokokostil. Die „Kunstdenkmäler der Rheinprovinz" beschreiben ihn als ein Werk mit feinen Schnitzereien, einem Gemälde der vor dem Kreuz knienden heiligen Maria Magdalena sowie einem ovalen Bild Gottvaters, flankiert von schwebenden Engeln. Als Bekrönung trägt der Altar ein von zwei Greifen gehaltenes dreiteiliges Wappen mit einem Bären im obersten Feld. Der Altar stammt ursprünglich aus der Kapelle des Kneipschen Hauses in Bernkastel und wurde 1804 vom kurfürstlichen Kellner Bridoul nach Kommen gestiftet. 1913 restaurierte ihn Bildhauer A. Thienes aus Wittlich.
Bemerkenswert ist, dass die Kapelle St. Valentin – anders als nahezu alle anderen regelmäßig genutzten Sakralgebäude der Region – im Eigentum der Ortsgemeinde Kommen liegt. Kirchlich gehörte sie lange zur Pfarrei St. Andreas Longkamp; seit dem 1. Januar 2022 ist sie Teil der neu gegründeten Pfarrei Am Haardtkopf St. Christophorus. Seelsorger ist Pfarrer Markus Weilhammer aus Monzelfeld. Weitere Informationen finden sich unter www.katholisch-am-haardtkopf.de.